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ReferentInnen & Organisationen

Freitag, 05. Februar 2010 | © rechtsstaat-mexiko.de

Edita Álvarez Ruiz
Stammt aus der Region Sierra Juárez in Oaxaca und studierte Psychologie an der Universidad Nacional Autónoma de México. Seit zehn Jahren engagiert sie sich durch tatkräftige Mitarbeit und Gründung zweier Zivilorganisationen für die Frauenechte der Frauen.Gegenwärtig ist sie verantwortlich für das Projekt Yuubani „Tierra Viva“ des Arbeitsbereiches der Frauenrechte der Unión de Organizaciones de la Sierra Juárez (UNOSJO S.C.), das seit fünf Jahren zum gerechten Zusammenleben und Gemeinwohl aller Personen in den Gemeinschaftsorganisationen und im familiären Bereich der indigenen Völker beiträgt.

UNOSJO
Gründete sich vor zwölf Jahren in Oaxaca aus der Notwendigkeit heraus, eine Instanz der regionalen Organisation in den Gemeinden zu schaffen. Ihr Ziel besteht in der Vereinbarung gemeinsamer Aktionen und der Bemühung um Hilfsmittel für bestimmte Bedürfnisse. Als Mitglieder der Gemeinden und Organisationen der Sierra Juárez tragen die Mitarbeiter von UNOSJO zum Gemeinwohl der Bewohner dieser Region sowie zur Förderung der Teilnahme an wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Projekten mit einer eigenen, gemeindegeprägten Vision bei. Das Schaffen von Selbstbestimmung für die indigenen Völker steht dabei im Vordergrund. UNOSJO arbeitet in mehr als neunzehn Gemeinden der Region Zapoteca, in drei sogenannten rincones. Diese drei Arbeitsbereiche sind Rechte der indigenen Völker, Frauenrechte und ökologische Landwirtschaft.

Dolores Gonzalez Saravia
Nach dem Wirtschaftsstudium an der Nationale Autonome Universität von Mexiko (UNAM), nahm die Direktorin des SERAPAZ an diversen Dialog- und Vermittlungsprozessen, wie zum Beispiel der nationalen Vermittlungskommission (CONAI) in Chiapas, teil. Sie arbeitete mehrere Jahre im Bereich der Aus- und Weiterbildung sozialer Akteure für die Konfliktarbeit in der „Escuela de Paz“ und im Centro de Servicios Municipales „Heriberto Jara“, das sie mitbegründete. Sie engagiert sich im Beirat mehrerer zivilgesellschaftlicher Organisation aus dem Bereich der Menschenrechtsarbeit und Entwicklungszusammenarbeit, u.a.. dem Centro de Derechos Humanos Fray Bartolomé de Las Casas und der mexikanische Menschenrechtskommission.

Luis Menéndez
Der ursprünglich aus Mérida im Bundesstaat Yucatán stammende Kommunikationswissenschaftler arbeitet seit 1995 in den Konfliktzonen der indigenen Gemeinschaften in Ocosingo, Chiapas; zuerst als freiwilliger Beobachter in den zivilen Friedenscamps (Frayba), dann als Mitglied der Menschenrechtskommission „Fray Lorenzo de la Nada“ und seit 2004 als Mitglied von SERAPAZ. 1998 wurde er in der Gemeinde Taniperla verhaftet und blieb ein Jahr und fünf Monate als politischer Gefangener in Haft.

SERAPAZ
„Servicios y Asesoría para la Paz“ (Leistungen und Beratung für den Frieden) definiert seine Aufgabe von einer nationalen Perspektive aus. Seite an Seite mit der organisierten Zivilgesellschaft und der unabhängigen sozialen Bewegung, bietet SERAPAZ Leistungen an, die den Aufbau von Frieden und einer positiven Konflikttransformation durch die Förderung und Artikulierung ziviler Prozesse und Initiativen zum Ziel haben. Fortbildungen, Beratung, Begleitung und Unterstützung von friedensfördernden Prozessen, Nachforschungen und Veröffentlichungen gehören zu den Arbeitsbereichen von SERAPAZ. Zudem engagiert sich die Organisation im dem Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Akteure (Red por la Paz – Netz für den Frieden), um auf Anfrage in bestimmten Konflikten intervenieren zu können. Sie stellt Begegnungsräume, Informationen, Analysen und Dialoge für unterschiedliche Akteure zur Verfügung, mit dem Ziel die lokale, regionale, nationale und internationale Perspektive zu verbinden. SERAPAZ ist auf das Ideal eines Dialogs ausgerichtet, der pluralistisch und von gegenseitigem Respekt geprägt auf den Aufbau gerechter und würdiger Alternativen für die sozialen Akteure zielt. Dies lässt sich auch auf die Entstehung des SERAPAZ aus der Nationalen Vermittlungskommission zurückführen und auf die Rolle, welche jene im Konflikt der Regierung mit der zapatistischen Befreiungsarmee (EZLN), spielte.

Marcos Leyva
Marcos Leyva stammt aus Oaxaca, studierte Rechtswissenschaft, leistet Bildungsarbeit in der Bevölkerung und begleitet seit 15 Jahren Organisationsprozesse in indigenen Gemeinden in Oaxaca. Er beteiligte sich aktiv in verschiedenen Räumen der Artikulation auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene und war Wahlberater für die mexikanische Wahlbehörde Instituto Federal Electoral in Oaxaca. Zudem ist Marcos Leyva Direktor von EDUCA.

Servicios para una Eduacación Alternativa A. C. (EDUCA)
EDUCA ist eine Organisation zur Förderung der Demokratie und der Entwicklung in den Gemeinden von Oaxaca. Außerdem setzt sie sich für Gerechtigkeit, Gleichheit und soziale Partizipation ein, um die Lebensqualität der marginalisierten Bevölkerung von Oaxaca zu erhöhen. EDUCA berät indigene Organisationen und Gemeinden bei der Verteidigung ihrer zivilen, politischen und territorialen Rechte und trägt zur Schaffung von breiten zivilgesellschaftlichen Räumen und Initiativen der Artikulation bei, um die Verteidigung der Menschenrechte und die Demokratisierung von Oaxaca und Mexiko voranzutreiben. Darüber hinaus fördert EDUCA Kommunikationskampagnen, die es erlauben, Öffentlichkeit für die Perspektive der indigenen Völker und der sozialen Bewegungen zu schaffen.

Diego Cadenas Gordillo
Diego Cadenas Gordillo ist Anwalt und Leiter des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de Las Casas. Er stammt aus Las Margaritas, Chiapas, und ist Absolvent des Instituto de Estudios Superiores in Chiapas. Seit 1999 arbeitet er für das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas, u.a. in der Rechtsabteilung. Darüber hinaus war Cadenas Gordillo als Dokumentar und Rechtsanwalt tätig.

Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas (Frayba)
Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas (Frayba) ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation und setzt sich als solche unabhängig von Regierung, politischer Ideologie oder religiöser Gesinnung zur Förderung und Verteidigung der indigenen Völker und Gemeinschaften im mexikanischen Bundesstaat Chiapas ein. Sie wurde 1989 auf Initiative von Samuel Ruiz García, katholischer Bischof der Diözese von San Cristóbal de las Casas, gegründet. Aus diesem Grund hat das Zentrum eine christliche, ökumenische Ausrichtung.

Luis Arriaga Valenzuela
Luis Arriaga Valenzuela ist Anwalt mit einer Spezialisierung im Bereich des Internationalen Menschenrechts und Leiter des Menschenrechtszentrums „Miguel Augustín Pro Juárez“. Darüber hinaus ist er Autor verschiedener Publikationen und war als Dozent an Universitäten tätig.

Menschenrechtszentrum „Miguel Augustín Pro Juárez“
Das Menschenrechtszentrum „Miguel Augustín Pro Juárez“ wurde im Jahr 1988 von Jesuiten gegründet. Das Arbeit dieser Nichtregierungsorganisation hat sich der Verteidigung und Förderung der Menschenrechte in Mexiko verschrieben. Sie widmet sich besonders den schwachen und verletzlichen Bevölkerungsgruppen Mexikos: Indigene, MigrantInnen, ArbeiterInnen und Opfer sozialer Repression.
Ziel ist es, zu einem strukturellen Wandel beizutragen, und somit die nötigen Voraussetzungen für eine universelle und gleichberechtigte Geltung von Menschenrechten zu schaffen. Die Grundwerte des Zentrums beruhen dabei auf dem Prinzip der Menschenwürde.Das Menschenrechtszentrum verfügt seit 2001 über einen Konsultativstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Bei der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ist das Zentrum ebenfalls als Nichtregierungsorganisation akkreditiert.

Luis Jerónimo Zavala
Luis Jerónimo Zavala wurde in der indigenen Gemeinde me´phaa (Tlapaneco) in Guerrero geboren. Er studierte Jura im Magisterstudiengang an der Universidad Autónoma von Guerrero. Von 2000 bis 2005 arbeitete er in der Rechtsabteilung des Partido Revolucionario de las y los Trabajadores (PRT). Dabei beriet er verschiedene Bevölkerungsgruppen von Guerrero in Rechtsfragen. Seit November 2006 arbeitet er bei REDGRO AC.

Red Guerrerense de Organismos Civiles de Derechos Humanos AC (REDGRO AC)
Die Red Guerrerense de Organismos Civiles de Derechos Humanos ist eine zivilgesellschaftliche Organisation, die 1999 gegründet wurde, um die Arbeit verschiedener Menschenrechtsgruppen in Guerrero zu koordinieren und die Zusammenarbeit voranzutreiben. Im August 2003 erfolgte die rechtliche Konstituierung der REDGRO AC, um eine größere Wirkung bei der Anklage der kritischen Situation der Menschenrechte zu erzielen. Die 2005 durchgesetzte Kampagne „Campaña 2005 para la tipificación de la Desaparición Forzada en Guerrero“ war ein bedeutender Schritt für REDGRO AC, weil dadurch das Verschwindenlassen von Menschen als Straftat anerkannt wurde. Aufgrund der Kriminalisierung von Menschenrechtsaktivisten reichte REDGRO AC im Oktober 2008 Klage vor der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte gegen den mexikanischen Staat ein. Ziel der Klage war es, die Bedingungen, unter denen die Menschenrechtsaktivisten in Mexiko arbeiten, vor der internationalen Gemeinschaft öffentlich zu machen. In dieser Anhörung wurde angeprangert, dass zwischen 2005 und 2008 204 registrierte Strafverfahren gegen Menschenrechtsaktivisten eingeleitet wurden.
2009 definierte die Red Guerrerense zwei zentrale Arbeitsthemen: die Kriminalisierung der Menschenrechtsaktivisten und den sozialen Protest sowie die Militarisierung innerhalb des Bundesstaates Guerrero. Im November 2009 gelang es REDGRO AC zum ersten Mal, dass ein sogenanntes „Tribunal Popular“ eingerichtet wurde, bei dem die Geschworenen aus der Zivilgesellschaft stammen. Dennoch ist die Arbeit der Menschenrechtsaktivisten sehr risikoreich und wird zunehmend eingeschränkt. Anhaltende Drohungen, Einschüchterungen und Überwachungen zwingen einige Aktivisten, ihre Arbeit aufzugeben; einige mußten sogar Guerrero aus Sicherheitsgründen verlassen. Zivilgesellschaftliche Organisationen haben sich aus den gleichen Gründen aufgelöst, wodurch sich allmählich die gesamte Menschenrechtsarbeit verzögert.

Leobardo Alvarado
Leobardo Alvardo, Mitglied der Bewegung Kulturpakt (Movimiento Pacto por la Cultura) in Ciudad Juárez , ist momentan tätig als Forschungsassistent und bearbeitet das Themenfeld „Jugendliche, Risiken und Männlichkeit“. Ebenfalls ist er Student des Faches Kulturmanagement an der Universität Guadalajara Virtual. Derzeit erhebt er Daten über die Gewalt und die Tötungen in Ciudad Juárez für den Zeitraum vom Jahr 2008 bis heute, um die Gewalt Orten zuzuordnen und sie zu charakterisieren.

Movimiento Pacto por la Cultura
Die Bewegung Kulturpakt ist eine Bürgerorganisation deren übergeordnetes Ziel es ist, zerstörte soziale Zusammenhänge und Netzwerke in Ciudad Juárez wiederherzustellen. Dies soll erreicht werden, indem eine politische Kultur gefördert wird, die auch die Kommunikation zwischen sozialen Akteuren und Regierungsvertretern beinhaltet und eine gewaltfreie Konfliktlösungen fördert. Die Ursprünge der Organisation liegen in den neunziger Jahren, als sich die Bevölkerung mobilisierte, um eine bessere Infrastruktur sowie angemessenere politische Institutionen für die Stadt zu fordern. Nach jahrelangen Bemühungen wurde ein städtisches Institut für Kultur und Künste eingerichtet, das die Bedürfnisse der Bevölkerung bündelt. Im Jahr 2004 beschlossen die Mitglieder der Bürgerbewegung alle Bürger und die Regierung zusammen zu bringen, um sich zu einem Wandel der Situation zu verpflichten und einem „Kulturpakt“ beizutreten. Dieser schlägt einen Wandel des vorherrschenden ökonomischen und sozialen Systems vor, da dieses System als Quelle für Ungleichheit, für die Auflösung sozialer Beziehungen und für die Beeinträchtigung des öffentlichen Raums angesehen wird. Deshalb soll ein breiter Konsens gefunden werden, der sich an dem Ziel „Wiedererrichtung der Stadt“ orientiert. Ausgehend von diesem Pakt beschlossen die Hauptakteure der Bewegung eine Bürgerorganisation zu gründen. Gebildet von Künstlern, Akademikern und sozialen Aktivisten, hat die Organisation u.a. die Gründung von Orchestern, sowie von musikalischen Vereinigungen für Kinder gefördert. Zudem wurde der Wettbewerb „Mein Leben in Juárez“ ins Leben gerufen, der Frauen in Juárez aufruft, ihre Lebensgeschichte zu erzählen und dadurch einen Artikulationsraum und Raum für kommunale Reflexion über Lebenserfahrungen zu schaffen. Außerdem wurde ein Kulturfestival in Kooperation mit Kollektiven von Jugendlichen und sozialen Organisationen geplant und durchgeführt. Von speziellem Interesse für den Kulturpakt sind die sozialen Gruppen, die besonders verwundbar sind, wie zum Beispiel Jugendliche, Kinder, urbane ethnische Gemeinden, Migranten und ältere Menschen.

Montserrat San Martín Cruz
Zurzeit macht sie ihren Magister an der Fakultät für Recht und Sozialwissenschaften der Universidad Autónoma Benito Juárez de Oaxaca. Sie ist Menschenrechtsaktivistin und seit sieben Jahren für OIDHO tätig. Sie wurde zur Delegierten ernannt, um an diversen politischen und kulturellen Treffen sowie Menschenrechtsdebatten teilzunehmen, die auf staatlicher, nationaler und internationaler Ebene stattfinden.

OIDHO
Die Organizaciones Indias por los Derechos Humanos en Oaxaca (OIDHO) (Indianische Organisationen für Menschenrechte in Oaxaca) sind eine indigene Bauernorganisation, die 1990 aufgrund der institutionellen Gewalt gegen die indigene Bevölkerung in Oaxaca entstanden ist. Die Arbeit der Organisation konzentriert sich auf fünf Bereiche: Den Kampf gegen die Straflosigkeit, den Kampf für die Freiheit der indigenen politischen Häftlinge, den Kampf für die Respektierung der von den Gemeinden gewählten Autoritäten, den Kampf für das Territorium und die Forderung nach den wirtschaftlichen und sozialen Grundrechten der Männer und Frauen der indigenen Gemeinden. Durch diesen Kampf konnte OIDHO die Respektierung und Anerkennung der gewählten Autoritäten für folgende Dörfer erreichen: Mazatlán Villa de Flores, Santiago Xanica, Santiago Cuixtla sowie San Miguel Panixtlahuaca. Die Organisation hat unter anderem die Freilassung von 13 Häftlingen aus Trinidad Yaveo, von 17 Häftlingen aus Teojomulco sowie von 12 Häftlingen aus Santiago Cuixtla erwirkt. OIDHO hat die Territorien verschiedener indigener Gemeinden erfolgreich verteidigt und gegen die Unterdrückung der Organisation in den Jahren 1998 und 2005 erfolgreich Widerstand geleistet. Die Organisation war die treibende Kraft und Mitgründerin der wichtigsten zivilgesellschaftlichen Allianzen des Bundesstaates Oaxaca. Zu nennen sind beispielsweise die Asamblea Estatal Democrática en Apoyo a Chiapas (1994), der Concejo Nacional Indígena (CNI), die Promotora por la Unidad Nacional Contra el Neoliberalismo- Oaxaca (2001), der Concejo de Organizaciones Indígenas y Campesinas de Oaxaca (COICO) (1995), der Concejo Indígena y Popular de Oaxaca- Ricardo Flores Magón- Original (1997), die Coordinadora Oaxaqueña Magonista Popular Antineoliberal (COMPA) (2002), die Alianza Magonista Zapatista (2005) und die Asamblea Popular de los Pueblos de Oaxaca (APPO) (2006).

Alba Cruz Ramos
Alba Gabriela Cruz Ramos, geboren 1969, stammt aus Oaxaca de Juárez.. Sie schloss ihr Jurastudium an der Universidad Autónoma Benito Juárez de Oaxaca ab, erhielt ein Diplom in Zivilrecht von der Universidad Autónoma de Puebla und erlangte 2007 ein Diplom für eine Untersuchung und Dokumentation von Folterungen an der UAM-Xochimilco. Sie ist Menschenrechtsverteidigerin und Anwältin. Gegenwärtig ist sie Koordinatorin der Rechtsabteilung des Comité 25 de Noviembre. Sie war Rechtsberaterin des Frauenhauses Casa de la Mujer Rosario Castellanos A.C. und bekleidete mehrere Ämter in der Procuraduría de la Defensa del Indígena am Tribunal Superior de Justicia del Estado und in den Gemeinden von Santa Cruz Xoxocotlán und Oaxaca de Juárez in Oaxaca.

Comité de Liberación 25 de Noviembre
Das Comité 25 de Noviembre (Komitee zur Befreiung 25. November) formierte sich am 4. Dezember 2006 im Kontext der schweren politischen Krise in Oaxaca im Süden Mexikos als Reaktion auf repressive Maßnahmen der mexikanischen Zentralregierung und der regionalen Regierung von Oaxaca. Das Komitee entstand als eine unabhängige Initiative des Künstlers Francisco Toledo und einer Gruppe von Menschenrechtsaktivisten und -verteidigern, um Bemühungen zur rechtlichen Verteidigung von Personen zu artikulieren, welche seit dem sozio-politischen Konflikt in Oaxaca festgenommenen und vor Gericht gestellt wurden. Oberstes Ziel des Komitees war die Verteidigung der Personen, die von der Bundespolizei Policía Federal Preventiva (PFP) am 25. November 2006 willkürlich festgenommen wurden, ebenso wie die Anzeige der schweren Menschenrechtsverletzungen. Das Komitee forderte ein Lebenszeichen und die Freilassung der Personen, die während den Zusammenstößen zwischen der Policía Federal Preventiva und der Volksversammlung der Völker von Oaxaca Asamblea Popular de los Pueblos de Oaxaca (APPO) nach dem 25. November festgenommen wurden. Bis heute ist das Comité de Liberación 25 de Noviembre ein Hauptakteur bei der Anklage von Menschenrechtsverletzungen in Oaxaca. Es hat den Opfern von Repression Rechtberatung angeboten, hat Fälle von schweren Verletzungen der in der Verfassung verankerten Garantien dokumentiert, ist auf nationaler und internationaler Ebene ein zuverlässiger Informationskanal über die Ereignisse in Oaxaca gewesen und hat festgenommene und vor Gericht gestellte Personen sowie Opfer von Folter effizient begleitet.

Alejandra Ancheita
Alejandra Ancheita ist Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation ProDESC (Proyecto de Derechos Económicos, Sociales, y Culturales A.S.) mit Sitz in Mexiko Stadt. Sie arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Fachanwältin für Menschenrechte in Mexiko, nahm 2005 am Human Rights Advocates Program der Columbia-Universität in New York teil und verteidigte Fälle vor der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte sowie dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte.

ProDESC
ProDESC (Projekt für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte) ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich 2005 mit dem Ziel gründete, die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu schützen und ihre Durchsetzung und Einklagbarkeit zu fördern, um so einen adäquaten Lebensstandard der Bevölkerung sicherzustellen. Die strategischen Arbeitsbereiche von ProDESC sind Arbeitsrechte, einschließlich angemessene Arbeitsbedingungen und Freiheit der Gewerkschaften, Migration und Entwicklung mit Fokus auf Arbeitsmigranten sowie Unternehmen und Menschenrechte. Darüber hinaus werden die Themen Gender, transnationale Justiz und Bildung in die Arbeit von ProDESC einbezogen.

Norma Cacho
Norma Cacho studierte Ethnologie, ist feministische Aktivistin und arbeitet seit drei Jahren beim Zentrum für ökonomische und politische Forschung zur gemeinschaftlichen Aktion (CIEPAC A.C.) in Chiapas. Außerdem ist sie Mitglied bei Alianza Mexicana para la Autodeterminación de los Pueblos (AMAP). Norma Cacho verfügt über Erfahrung in der Bildungsarbeit, in der Gemeindeorganisation und in Gender-Fragen.

CIEPAC A.C.
Das Centro de Investigaciones Económicas y Políticas de Acción Comunitaria (CIEPAC A.C.) wurde 1998 gegründet und ist im Bereich der Basisbildung tätig. Die Aktivitäten von CIEPAC umfassen Forschung, Analyse, Erstellung von Bildungsmaterialien, unabhängige Informationsverbreitung und vielfältige Bildungsangebote. Das Zentrum unterstützt Basisorganisationen und richtet sich an die marginalisierten Menschen der Region.

Sara Lovera López
Sara Lovera López ist Journalistin. Sie arbeitet seit 40 Jahren in den Kommunikationsmedien. Sie ist Chefredakteurin von Antena Radio des Instituto Mexicano de la Radio und Korrespondentin des Servicio de Noticias de la Mujer Latinoamericana y del Caribe (SEMlac) in Mexiko. Sie nimmt über das Internet als Kommentatorin an der Mesa de Periodistas teil und koordiniert das Programm Mujeres en Movimiento, das auf Capital 21, dem Kanal von Mexiko-Stadt, im Internet zu empfangen ist. Sie erhielt ein Forschungsstipendium, um ein Buch über das Leben von Witwen – über vier Generationen hinweg – in den Kohleminen von Coahuila, Mexiko vorzubereiten. Diese Forschung ist die Grundlage für den Dokumentarfilm Viuda del Carbón: mujeres sin nombre. Sara Lovera López ist Medienberaterin, hält Vorträge und ist Dozentin für Genderstudies. Sie gehört der Gruppe Mil Mujeres por la Paz a Través del Mundo und der Asociación Comunicación, Educación y Desarrollo para la Igualdad (CEDI) an. Sie studierte Journalismus, Sozialarbeit, Agrar-Kommunikation und Staatstheorie. Sie ist Gründerin der Beilage Doblejornada der mexikanischen Tageszeitung La Jornada und gab diese zwischen 1987 und 1998 heraus. Sie gründete die über Frauenthemen berichtende Nachrichtenagentur Comunicación e Información de la Mujer A.C. cimacnoticias und leitete diese 14 Jahre lang. Seit 1971 gehört sie der feministischen Bewegung an. Sie gründete die Redes de Periodistas Comprometidas, die sich mit dem
Thema der sozialen Bedingungen der Frauen beschäftigen und gehört diesen seit 1995 an. Sie ist Autorin, Koautorin und Koordinatorin von einem Dutzend Büchern, darunter Las Alzadas über indigene Frauen der zaptistischen Bewegung in Chiapas und El Voto de las Mujeres. Im Jahr 2006 veröffentlichte sie Tejiendo Futuros Reconstruyendo Esperanzas über die indigenen Frauen von Mexiko-Stadt. Von 2005 bis 2006 war sie Koordinatorin der nationalen Forschung der Abgeordnetenkammer über Femizide in Mexiko. Sie hat mehr als 220 Beiträge über nicht-sexistischen Journalismus und über andere Themen wie ciudadanía, Gender, und Menschenrechte in Mexiko, Lateinamerika und Spanien geschrieben. Über dieselben Themen hat sie Vorträge an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland gehalten. Für ihre journalistische und soziale Arbeit hat sie nationale und internationale Preise und Anerkennung erhalten. 2005 wurde sie für den Friedensnobelpreis nominiert.

Yésica Sánchez Maya
Yésica Sánchez Maya besitzt einen Abschluss in Rechtswissenschaften der Universidad Autónoma „Benito Juárez“ in Oaxaca und zeichnet aktuell verantwortlich für das juristische Programm des Consorcio para el Diálogo Parlamentario y la Equidad in Oaxaca. Das Programm fördert die Gleichberechtigung der Geschlechter und den Respekt für die Frauenrechte. Zudem ist sie verantwortlich für den Lehrgang Formación de Asesoras Jurídicas Comunitarias (Ausbildung kommunaler Rechtsberaterinnen), der sich an indigene Frauen richtet mit dem Ziel, jene Frauen mit juristischem Rüstzeug auszustatten, die Gewaltopfer begleiten und betreuen. Des weiteren arbeitet sie als Beraterin im lokalen Büro der Liga Mexicana por la Defensa de los Derechos Humanos (Mexikanische Liga zur Verteidigung der Menschenrechte) in Oaxaca.

Consorcio para el Diálogo Parlamentario y la Equidad
Das Consorcio para el Diálogo Parlamentario y la Equidad Oaxaca ist eine zivilgesellschaftliche feministische Organisation, die den Respekt für Frauenrechte, Gleichberechtigung der Geschlechter und Chancengleichheit fördert. Die Organisation hat ihren Ursprung in Mexiko-Stadt im Jahre 1998, als sich drei große feministische Organisationen verschiedener Profile zusammenschlossen, um ihr Wissen im juristischen Bereich zu bündeln. Ziel war es, eine Instanz zu gründen, die auf legislative Prozesse mit Gender-Perspektive spezialisiert ist. Die Zweigstelle in Oaxaca wurde 2003 mit dem Ziel gegründet, auf Prozesse der öffentlichen Politik und der Gesetzgebung einzuwirken. Zudem sollten Artikulationsmöglichkeiten für lokale Netzwerke und die Aus- und Weiterbildung von Frauen zur Aufklärung über ihre Rechte gefördert werden. Die Aufgabe von Consorcio ist es, zur Erreichung der vollen staatsbürgerlichen Rechte der Frau in einer gerechten, pluralen und gleichberechtigten Gesellschaft beizutragen und die Stärkung des Rechtsstaates zu unterstützen.

Thomas Zapf
Thomas Zapf studierte Sozialwissenschaften an der Universität Potsdam und der Universidad Autónoma de México und erhielt 2007 in Potsdam seinen Abschluss als Diplom-Politikwissenschaftler. Er hat von August bis Oktober 2003 an den Brigadas Civiles de Observación (Brigaden der zivilen Friedensbeobachtung) des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de Las Casas in Chiapas teilgenommen. Im Jahre 2008 unterstützte er das Zentrum, gefördert durch InWent und Conacyt, in San Cristóbal de las Casas in Chiapas. Seit März 2009 ist er Teil des Teams von Servicio Internacional para la Paz (SIPAZ) in San Cristóbal de las Casas. Seit 2007 hat er diverse Artikel zu Chiapas und Mexiko in den monatlich erscheinenden Lateinamerika-Nachrichten veröffentlicht.

Servicio Internacional para la Paz (SIPAZ)
Seit 1995 hat der Internationale Friedensdienst SIPAZ eine ständige Struktur in Chiapas, basierend auf einem internationalen Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen und religiöser Gruppen. Das Programm spielt eine wichtige Rolle in der Abwendung und Prävention von sozio-politischer Gewalt in Chiapas sowie punktuell auch in Oaxaca und Guerrero, mit dem Ziel, den Friedensaufbau in diesen Regionen zu stärken. Die wichtigsten Arbeitsfelder von SIPAZ sind internationale Beobachtung und Begleitung; das Sichtbarmachen von existierenden Problemlagen und das Aufzeigen von möglichen Lösungsansätzen sowie die Förderung von und Erziehung zum Frieden. Das derzeit in Chiapas arbeitende Team setzt sich aus fünf Personen aus den USA, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland zusammen. Zudem werden die 50 internationalen Organisationen, aus denen sich SIPAZ zusammensetzt, durch den Vorstand vertreten, der sich einmal jährlich trifft, um die Ziele der Arbeit festzulegen.